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Therapiezentrum

Erste Schritte gegen Fachkräftemangel

Im Therapiezentrum von Frank Happel werden ständig qualifizierte Mitarbeiter gesucht.

Von Heike Karsten, rga

Berufe im Gesundheitswesen wie Podologie, Logopädie, Physio- und Ergotherapie gelten als klassische Frauendomänen. Auch im Therapiezentrum Hückeswagen arbeiten deutlich mehr Frauen als Männer. Da ist ein gewisses Maß an Fluktuation der Arbeitskräfte durch Schwangerschaft, Mutterschutz und Elternzeit vorprogrammiert. „Wir sind daher dauerhaft auf der Suche nach neuen Mitarbeitern“, sagt Inhaber Frank Happel. Am Standort Wipperfürth sei das Therapiezentrum derzeit gut besetzt, in Hückeswagen und Wermelskirchen werden gleich drei Physiotherapeuten, ein Ergotherapeut und ein Sporttherapeut benötigt.

Warum es so schwer ist neue Mitarbeiter zu finden, liegt für Frank Happel auf der Hand: „Der Fachkräftemangel resultiert aus zwei Fakten heraus. Zum einen musste die Ausbildung bis November 2018 komplett selbst bezahlt werden. Der zweite Aspekt ist, dass die Therapeuten nicht adäquat bezahlt werden“, zählt Happel auf. 80 Prozent der Fachschulen sind in privater Hand und fordern ein monatliches Schulgeld von 400 bis 800 Euro bei einer Ausbildungsdauer von drei Jahren. Wenn dann noch Kosten für Unterkunft, Fahrgeld und Lebenshaltung hinzukommen, komme man schnell auf eine Gesamtsumme von 20 000 bis 30 000 Euro.

Im Anschluss an die Ausbildung erhalten Physiotherapeuten gerade einmal 2000 bis 2100 Euro Vergütung pro Monat brutto.

„Jeder Handwerker bekommt mehr Geld, obwohl er weniger Verantwortung trägt, da Fehler korrigiert werden können“, sagt der Therapiezentrum-Besitzer. Ein Fehler bei der Behandlung an der Wirbelsäule hingegen könne im schlimmsten Fall zur Querschnittslähmung führen.

„Gesundheit ist der Gesellschaft erst dann etwas wert, wenn wir sie nicht mehr haben.“
Frank Happel, Geschäftsführer

Die geringe Bezahlung resultiert aus dem Vergütungssatz der gesetzlichen Krankenversicherung. Pro Behandlung werden etwas über 20 Euro bezahlt und 15 bis 17 Minuten eingeplant. „Das ist jedoch nicht machbar“, sagt Frank Happel. Eine 20-Minuten-Taktung pro Behandlung sei gängig, im Therapiezentrum Hückeswagen räumt man der Behandlung sogar 25 Minuten ein. „Wir schenken den Patienten somit zehn Minuten. Es ist jedoch eine Gratwanderung“, fügt Happel hinzu. Doch es gibt einen Lichtblick in der Branche. Seit November werden in NRW 70 Prozent der Schulgeldkosten übernommen – und auch der Bruttolohn sei um 200 Euro pro Monat gestiegen. Endlich habe auch die Politik mitbekommen, dass ein Fachkräftemangel besteht. Es sei ein Schritt in die richtige Richtung, sagt Happel.

Das gleiche Problem bestehe auch in anderen Pflegeberufen. „Gesundheit ist der Gesellschaft erst dann etwas wert, wenn wir sie nicht mehr haben“, sagt Frank Happel. Gesundheitsminister Jens Spahn hätte nun reagiert und vor wenigen Wochen ein Gesetz vorgelegt, bei dem die Vergütungssätze angepasst werden. Durch diese Änderung und der Bezuschussung der Ausbildungskosten hofft Happel in drei bis vier Jahren auf mehr ausgebildete Therapeuten auf dem Arbeitsmarkt. „Es ist eine knochenharte Ausbildung mit viel Stoff“, weiß der Fachmann. Nach der Ausbildung folgen weitere Fortbildungen und Spezialisierungen. „Ein Gros der neuen Mitarbeiter sind Berufsanfänger, die erst einmal fachlich geschult werden müssen.“

Als Arbeitgeber müsse man die Rahmenbedingungen schaffen, um attraktiv zu sein und die Mitarbeiter auf Dauer halten zu können. Ein großer Vorteil sei jedoch die gute Perspektive für Berufe in der Heilmittelbranche. „Therapeuten werden auch in 20 Jahren noch benötigt und lassen sich nicht durch Maschinen oder die Digitalisierung kompensieren“, betont Frank Happel.

 

ARBEITSPLÄTZE

FREIE STELLEN Gesucht werden im Therapiezentrum Hückeswagen
1 Physiotherapeut/in
1 Ergotherapeut/in 

Freie Stellen im Therapiezentrum Wermelskirchen:
2 Physiotherapeuten/innen
1 Ergotherapeut/in
1 Sporttherapeut/in

KONTAKT Therapiezentrum Hückeswagen, Goethestraße 83, Tel. 02192 7588 oder Tel. 0170 2012727 (Happel), E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

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